Die Ford Motor Company bereitet eine neue Offensive im globalen Wettlauf um Elektrofahrzeuge vor. Mit seinem langsam wachsenden Advanced Electric Vehicle Program hat sich der Detroiter Autobauer ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: Bis 2027 soll die Kostenstruktur für Elektrofahrzeuge mit der Chinas mithalten. Doch während das technische Ziel klar ist, könnte der Erfolg von einer politischen Variable abhängen, die außerhalb Fords Einflussbereich liegt: Steuergutschriften des Bundes.

Ein kleines Team mit großen Zielen

Die Initiative begann Anfang 2024 als „Skunk Works“-Projekt in Kalifornien unter der Leitung eines ehemaligen Tesla-Ingenieurs. Seitdem hat sie sich zu einem 500-köpfigen Programm an drei US-Standorten entwickelt. Die Mission des Teams ist die Entwicklung einer flexiblen Elektrofahrzeugplattform, die für mehrere Modelle geeignet ist – von Crossovern über Trucks bis hin zu Limousinen.

Bei einem privaten Investorendinner, das von Bernsteins Automobilanalyst Daniel Roeska ausgerichtet wurde, gab die Ford-Managerin Lisa Drake bekannt, dass diese neue Plattform bis zu acht verschiedene Karosserievarianten unterstützen wird und damit für das nächste Jahrzehnt zu einem Eckpfeiler des EV-Portfolios von Ford wird.

Das erste Modell, das auf dieser Plattform auf den Markt kommt, wird voraussichtlich ein mittelgroßer Pickup sein, was stark auf eine Elektroversion des Ford Ranger hindeutet.

Fords LFP-Batteriestrategie: Ein kalkuliertes Risiko

Um wettbewerbsfähige Preise zu erzielen, wird Ford prismatische Lithium-Eisenphosphat-Batterien (LFP) einsetzen, die in Zusammenarbeit mit dem chinesischen Unternehmen CATL entwickelt, aber in den USA produziert werden. Diese Konfiguration senkt die Materialkosten und vermeidet die Abhängigkeit von teurem Nickel und Kobalt – ein Ansatz, der von kostenbewussten Elektrofahrzeugherstellern weltweit zunehmend bevorzugt wird.

Laut Roeska war Drakes Aussage eindeutig: Ford will nicht nur bei den Batteriepreisen wettbewerbsfähig sein, sondern auch bei den Gesamtkosten des Fahrzeugs – vom Fahrgestell über die Wärmesysteme bis hin zu Wechselrichtern und Elektronik . Das ist eine große Herausforderung, insbesondere angesichts der Fertigungsvorteile, die chinesische Unternehmen wie BYD und SAIC bereits haben.

Die Rolle staatlicher Subventionen – und die politische Unsicherheit

Das Kostenmodell von Ford umfasst geschätzte 700 Millionen US-Dollar an US-Bundessteuergutschriften . Diese sind Teil des Finanzplans des Unternehmens, um die Kosten von 3 Milliarden US-Dollar für ein neues Batteriewerk auszugleichen, das derzeit in Michigan gebaut wird.

Dieser Vorteil ist jedoch nicht garantiert. Einige Republikaner im Kongress streben aktiv die Abschaffung von Subventionen aus der Biden-Ära an, insbesondere solcher, die an chinesisches geistiges Eigentum geknüpft sind, wie etwa Fords Lizenzvertrag mit CATL. Sollten diese Steuergutschriften im kommenden Haushaltsgesetz gestrichen oder gekürzt werden, muss Fords Preisstrategie möglicherweise überarbeitet werden – und das Ziel der Kostenparität könnte sich erheblich verzögern.

Ausblick

Fords Ambitionen, mit den günstigen chinesischen Elektroautos zu konkurrieren, beschränken sich nicht nur auf das Produkt; es geht auch um die Plattform, die Batteriechemie und die Politik. Das Advanced Electric Vehicle Program setzt auf amerikanische Ingenieurskunst und politische Stabilität – eine Kombination, die Fords Position auf dem Elektroautomarkt für das nächste Jahrzehnt bestimmen könnte.

Doch bis der Kongress im Laufe des Sommers seine Haltung zu Subventionen für saubere Energien endgültig festlegt, bleibt die Zukunft der Preisstrategie von Ford zwischen technischem Optimismus und legislativem Risiko schweben.

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